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Römer-Exkursion in die Steiermark | 10. Oktober 2026
Die traditionelle Herbst-Exkursion des Vereins Römische Bernsteinstraße Mittelburgenland fand am Samstag, 10. Oktober 2026, statt und führte uns auf römische Spuren nach Leibnitz auf den Frauenberg, in das Schloss Seggau und in die Römerstadt Flavia Solva im Leibnitzer Feld. Obmann Mag. Oswald Gruber führte durch das Programm:
Schon im Autobus wies Obmann Mag. Oswald Gruber auf die Villa Rustica - einem römischen Landsitz - mit Innenhof, Säulenhallen und Badeanlage - in Löffelbach bei Hartberg hin. Es handelt sich um eine palastartige Peristylvilla (Innenhof mit Säulenhallen) aus dem 2. und 3. Jahrhundert nach Christus.
Am Seggauberg bei Leibnitz besichtigten wir im Schloss Seggau die eindrucksvolle Römersteinwand (Römergallerie), die uns Archäologe Dr. Bernhard Schrettle näher erklärte. Die Römersteine waren Teile von Grabbauten oder Grabinschriften, die auf dem Forum der Stadt Flavia Solva aufgestellt waren. Diese bedeutenden Steindenkmäler stammen aus dem Alten Turm (turris antiqua), der zum ältesten Teil des bischöflichen Schlosses Seggau gehörte.
Am Frauenberg führten uns Gabriele Keindienst und Marlene Weinzettl durch das Tempelmuseum und durch das Lapidarium in einem unvergessenen museumspädagogischen Vortrag. Der Frauenberg bei Leibnitz gehört zu den wichtigsten und intensivsten erforschten archäologischen Fundstellen in der römischen Provinz Noricum. Mit seinen beiden 280m voneinander entfernten Heiligtümern, eines aus der Laténezeit (Zeit der Kelten, keltischer Kultplatz) und eines aus der römischen Kaiserzeit, zahlreichen Funden und Forschungsgrabungen, Notbergungen und Rettungsgrabungen, liegen zahlreiche archäologische Quellen vor.
Nach dem Mittagessen erklärte uns Archäologe Dr. Schrettle die Römerstadt an der Mur – Flavia Solva – mit den rasterförmigen Ausgrabungen der Insulae, das Forum und die Therme. Flavia Solva erhielt 70 n. Chr. durch Kaiser Vespasian (69-79 n. Chr) das Stadtrecht (Municipium). Flavia Solva war damit selbständige Stadt; damit verbunden war auch die Verleihung des römischen Bürgerrechts an die Bewohner. Flavia Solva im Gemeindegebiet von Wagna ist die einzige Römerstadt der Steiermark und der bedeutendste Fundplatz des Landes Steiermark. Wichtige Funde sind das Antefix, ein Stirnziegel in Form einer Theatermaske, und die Feuerwehrinschrift aus der Zeit des Kaisers Septimius Severus (193-211 n. Chr.)
Den Abschluss der Römerexkursion bildete ein Heuriger in Bad Waltersdorf. 60 Teilnehmer aus dem Bezirk Oberpullendorf erfreuten sich an den neuen Erkenntnissen zur römischen Geschichte.